Psychoanalytische Filmrezension
Die Filme „Santuri“ und „Walk the Line“ und ihre Inszenierungen des Phallus und des Phantasmas
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Dariush Baradari Dipl.Psychologe/ Psychotherapeut


Die Art unserer Beziehung zum Anderen, zu unseren Komplexen und Krisen zeigt uns, wie weit wir die Fähigkeit für eine individuelle, symbolische Welt und für eine symbolische, paradoxe Beziehung erreicht haben. Der eine, der in einer realen, alptraumhaften Beziehung zum Anderen ,und in diesem Fall zur Droge, gefangen ist, wird in so einer Krisensituation wie Johnny Cash durch Drogenabhängigkeit zu Grunde gehen und sterben. Für ihn wird die Dorge zum „ Ding“, „zum absoluten Objekt der Begierde“ und er ist ein Gefangener ihres Zaubers und ihres Blickes. Er verliert dabei seine eigene Indiviualät und Entscheidungsfreiheit und im Rausch seiner jouissance geht er zugrunde oder stirbt an ihren Folgen.

Der zweite mit einer imagiänrer, narzisstischer Liebe-Hass-Beziehung zu den großen Anderen (Familie, Diskurs, Schicksal), oder zu den kleinen anderen (Frau, Freund, Droge) wird immer wieder Drogenprobleme, Eheprobleme und höchstwahrscheinlich Rückfälle und eine Liebe-Hass-Beziehungen mit der Ehefrau haben und die Niederlagen seines Vaters wiederholen. Er ist entweder verliebt in die Droge oder hasst die Droge und so bleibt eer mit seinem Hass und Liebe mit der Droge verbunden und von ihr abhängig. Er will sich manchmal beweisen, dass er seine Begierde beherrschen kann und macht „Drogenentzug“ und fühlt sich wieder als Herr seines Lebens. Eine Weile später hat er einen Rückfall, weil das intensive Gefühl seines Hasses und seiner Rachegefühle, die er gegen sich und gegen seine Begierde richtet, ist nicht mehr fähig ihn zu berauschen . Er bnötigt wieder den Rausch der Droge oder seine liebe-Hass-Beziehung zu seiner Frau. So wird er weiter in einer Liebe- Hass-Beziehung und seiner krankhaften Wiederholungen gefangen bleiben.

Der dritte, der durch seine paradoxe, symbolische Beziehung zum Anderen die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstkritik besitzt und die Macht zur Veränderung seiner symbolischen Welt hat, wird entweder nicht drogenabhängig oder kann seine Drogenabhängigkeit, seine Ehekrisen als Botschaften seines symbolischen, reifen Unbewussten und seines vernüftigen, symbolischen Körpers verstehen. Er kann seine Krise akzeptieren und durch Dialog mit sich und mit den Anderen sein Leben veränderen. Er weiß, dass seine Symptome seine Wahrheiten sind und kreative Wege seines Unbewusstseins sind, um ihm seine Probleme und die Notwendig einer neuen Reife und den Weg zur Veränderung zu zeigen. Deswegen tritt er in Kontakt und Kommunikation mit sich und mit den Anderen durch Therapie oder Gepräche ein, sucht die Einsamkeit und Selbstreflexion und erreicht eine neue Fäigkeit in der Liebe und in seiner Beziehung zur Welt, indem er seine Begierde zur Droge in seinem Leben als die Fähigkiet zur neuen, symbolischen Leichtigkeit und Liebesfähigkeit integriert. Er macht sich die Wahrheit in seinem Symptomen zu eingen, um neue Reife und neues Glück, neue Macht und Liebe zu erreichen. Er weiß, dass er immer wierde neue Krisen erleben kann, weil die symbolische Welt, die menschliche Reife immer ein unvollendetes Werk ist; weil unsere Wahrheit und die neue Reife eine Möglichkeit, eine Perspektive um das „ leere Zenturm“ unseres menschlichen Daseins bedeutet..

Sogar zuletzt bleibt ein Teil seiner Dorgenabhängigkeit, seiner Ehrprobleme als undefienerbar, die immer wieder wie ein „Tick“ in unserem Leben auftaucht und diesen Teil soll man als Zeichen von unserem menschlichen Rätsel und als Stütze unseres Daseins lieben und sich mit ihm identifizieren.(1).

Also eine Heilung liegt in der Veränderung der realen oder imaginären Beziehung zum Anderen zu einer symbolischen, paradoxen Beziehung zum Anderen mit Fähigkeit zur Liebe und Kritik in der Kommunikation mit sich und mit den anderen. Auch wenn es paradox klingen kann, kann der Kranke sich nur dadurch retten, indem er die Art seiner Beziehung zum Anderen ändert., weil sein Begehren, immer Begehren des Anderen ist und wie er die Anderen ansieht, wird er genauso angesehen oder er nimmt sich ähnlich wahr. Um sein Leben zu ändern und seine Krise zu bewältigen, muss er seine Beziehung zum Anderen und sein Bild von den Anderen ändern. Er muss, wie die Psychoanalyse sagt, seine Schuld tilgen.

Die symbolische Schuld

Der große Andere ist der Diskurs, der unsere Subjektivität und Identität bestimmt und determiniert. Wie Heidegger sagte, „Sein ist immer Dasein“. Lacan hat diese These von Heidegger in den Satz „ im Bild sein“ verwandelt. Der Mensch ist Teil seines familiären Bildes und seiner Kultur. Sein Platz im Bild und im Diskurs bestimmt seine Identität und Subjektivität. Erst wenn er diese Notwendigkeit akzeptiert und annimmt, kann er seine Individualität und Kreativität auf Basis seiner Kultur und des Diskurses erschaffen. Erst wenn er sein Schicksal akzeptiert und liebt, wie Nietzsche sagt, kann er dann zu dem werden, was er ist.

Das Subjekt hat in Wahrheit keinen harten Kern. Das Subjekt ist in Wahrheit die Haut und die Grenze zwischen Außen und Innenwelt. Das Subjekt ist ein Performance und der Kreuzpunkt zwischen „Ich“ und „Andere“ auf dem Möbiusband. Ich bin der Andere und der Andere ist Ich. Unser Charakter ist der Kreuzpunkt und der Übergangpunkt zwischen Unbewusstsein und Bewusstsein auf dem Möbiusband und in ständiger Verwandlung. Wir sind eine „ Vielfalt in Einheit“.

Die grosse Entscheidungsfreiheit des modernen Menschen ist genauso illusorisch wie der Fatalismus der tralditionellen kulturen. Wir handeln und fühlen auf der Basis eines Diskurses und Netzes und wir können niemals die Endergebnisse unserer Entscheidungen allein bestimmen ,weil jede Entscheing von vielen Faktoren beeinflusst wird, die wir kaum kennen oder kaum kontrollieren können. Daher sind die neuen postmodernen Theorien oder Systemtheorie besser für das Vertändnis unserer subjektiven Lage geeinet. Wir sind Teil eines Systems und eines Bildes und die wahre subjektive Freiheit besteht in „ Selbstrefexion“. Indem das Subjekt sein Leben und seine Lage akzeptiert und annimmt, hat er in dieser „Selbstreflexion“ seine menschliche Freiheit und Entscheidunhsfreiheit.(2)

Indem ein Iraner oder Orientale seine Identiät als Kreuzpunkt der Tradition und Modernität und seine Krise akzeptiert, wird er fähig durch diese selbstreflexion mit seinem „Anderen“, mit seinen Modernen und traditionellen Begiedern in Kontakt zu treten und die Modernität in seiner Kultur symbolisch zu integrieren und eine neue moderne Identität für sich zu schaffen. Sonst muss er mit einer realen oder narzisstischen Haltung mit seiner Krisen umgehen und wie Bin Laden zu einem realem Hasser von der westlichen Kultur weden. Er muss oder ständig zwischen narzisstischer Imitation der Moderne und narzisstischer Rückkehr in die Tradition hin und her pendeln und sich zur Wiederholung und Verschlechterung seiner Krisen verurteilen.

Ein moderner Mensch, der seine Subjektivität als Kreuzpunkt zwischen Modernität und Postmodernität nicht akzeptiert und seine eigene symbolische Integration der neuen vielstimmigen Modernität in seiner modernen Identität nicht erreicht hat, ist dazu verurteilt gegenüber dem Ausländer oder einer fremden Kultur wie dem Islam, entweder eine narzisstische arrogante Haltung zur so genannten „ unzivilisierten Welt“ anzunehmen, oder zu einer realen „Ausländerfeindlichkeit“ und realen Verfechter der „Säuberung der islamischen Gefahr“ zu werden . Wenn er diesen Anderen und diese neue Zeit in seinem Leben akzeptiert, kann er zu einem neuen modernen Menschen mit Multiidentitäten werden.

Die Multikulturelle Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn sowohl Ausländer die deutsche oder moderne Identität in ihre Identität aufnehmen und als auch die Deutschen ein Stück mehr "Ausländer" werden. Die Fußballmannschaften von allen europäischen Ländern sind ein Beispiel des Beginnes dieser neuen Europas und Deutschlands. Eine multikulturelle Gesellschaft mit Fähigkeit zur Pluralismus und Multiidentität und Fähigkeit zum Dialog über interkulturellen und gesellschaftlichen Krisen mithilfe der verschiedenen Perspektiven und Sichtsweise einer multikulturellen Gesellschaft.

Wir definieren uns durch die Art unseres Blickes auf die anderen. Indem ein Mann „die Frau“ als „Opfer“ oder „Schlampe“ definiert, definiert er sich gleichzeitig als den Retter, Unterdrücker oder Idiot, weil jedes Bild und jede Rolle seinen Gegensatz und Mitspieler in dem menschlichen Szenario und den Beziehungen mitbringt. Indem wir „ den Kranken“ definieren, definieren wir gleichzeitig seinen siamesischen Bruder „ den Gesunden“. Wie wir die anderen ansehen, werden wir gleichzeitig durch die anderen angesehen und werden wir Teil eines Bildes und eines menschlichen Szenarios.




Johnny Cash sieht in den großen Anderen genau diesen realen, kalten Vater und er will weder mit ihm zu tun haben oder wie er sein und er rebelliert gegen ihn. Die Antwort des Anderen, des Diskurses, seines Unbewussten ist, dass er genau in diesem Verhalten seinem Vater ähnlich ist und zu ihm wird. Lacan sieht im Gegensatz zu "Ichpsychologie" im Unbewusstsein keine "asozialen Kräfte". Im Gegenteil ist für ihn das Unbewusste wie eine Sprache strukturiert und das Unbewusste ist „ Diskurs des Anderen“.d.h. das Unbewusste ist unsere symbolische Wahrheit und Kraft und die Antwort des Anderen auf unsere Fragen und Suche. Johnny Cash ist unfähig, wegen seiner narzisstischen Wut und narzisstischer Enttäuschung, den Namen des Vaters, das Erbe seines Vaters und seines Lebens besser anzunehmen. Er will nicht sein Schicksal akzeptieren. Er ist noch unfähig, den Geist seines Bruders, das Erbe seines Vaters, die Notwendigkeit des Todes und die notwendige Unvollkommenheit des Anderen in seinem Leben besser zu integrieren.

Er glaubt an Phantasma eines realen, kalten Anderen oder Vaters und er spricht mit seinem verhalten und mit seinem Festhalten an einer unglücklicher Liebe diesen unbewussten Wunsch: "Ich will nie wie Du sein und Dich brauchen.“ Der Diskurs, das Unbewusste antwortet mit Symptomen wie Drogenabhängigkeit und Eheprobleme und sagt: „Siehst Du, Du bist mir am ähnlichsten, je mehr du dagegen kämpfst und mich verfluchst. Akzeptiere mich, nehme mich als dein Schicksal und deine Begierde an und erschaffe deine eigene symbolische Welt auf der Basis der Akzeptanz des Namen des Vaters. Auf der Basis der Akzeptanz menschlicher Unvollkommenheit, Endlichkeit und Begierde nach den Anderen.“

Johnny Cash will oder kann erst diesen Weg nicht gehen und so wird er immer mehr in imaginärer Liebe-Hassbeziehung und in der jouissance seiner Drogenabhängigkeit und Ehekrise gefangen.

Das fundamentale Phantasma ist, dass dieser Andere, dieser große Andere als ein grausamer, realer Andere vorgestellt wird, der für sein Genießen die anderen quält und dem man schutzlos ausgeliefert ist. Wie Zizek formuliert hat, der Kern dieses Phantasma beinhaltet, dass wir letztlich die Instrumente der jouissance des Anderen (Diskurs, Schicksal, Familie, Gott) sind (3). Ein Anderer, Ein grausamer Vater, ein reales Schicksal, Gesetz, der und das für seine jouissance seine Kinder quält, aussaugt oder ermordet.

Wenn dieses Phantasma in der Welt des Subjekts die Oberhand gewinnt, dann wird zum Beispiel die existentielle, menschliche Einsamkeit und der menschliche Mangel als bösartige Haltung eines großen Anderen gesehen. Natürlich gibt es schlimme familiären und gesellschaftliche Zwänge und Grausamkeiten, die kritisiert und korrigiert werden müssen, aber die Vorstellung von einer vollkommenen , liebevollen und friedvollen Welt ohne Probleme und traumatische Erlebnisse und der Wunsch nach Befreiung von diesem realen grausamen Anderen ist das fundamentale Phantasama , das für Revolutionen mit grausamen Folgen und für noch mehr traumatische Erlebnisse gesorgt hat und sorgen wird. Sowohl autoritäre Erziehung und als auch Antiautoritäre Erziehung basieren aufgrund desselben Phantasma von einem großen grausamen Anderen. Nur der Erste will diesen harten Anderen gut dienen und ihn durch gehorsam besänftigen und der zweite Ansatz will die Menschheit von ihm befreien. Das Ergebnis sind vor allem neue traumatische Erlebnisse und Desillusionierung, weil indem wir den großen Anderen definieren, definieren und strukturieren uns selbst und unsere symbolische Welt.

Da der Film vor allem ein Gelöbnis an Johnny Cash und seine Kunst ist, wird diese Thematik in dem Film nicht vielschichtig oder vielstimmig dargestellt, dennoch kann man in dem Film diese Problematik spüren, außerdem muss eine Rezension ein neues Fenster und eine neue Perspektive zum Text offenbaren, die vorher nicht deutlich war.

Der junge Künstler Johnny Cash kann aber seinen Frieden mit sich und mit seinem Schicksal erst erreichen, wenn er eben sein Schicksal akzeptiert und annimmt. Dies bedeutet vor allem, dass er den Verlust von seinem Bruder und die eigene Trauer, Schuldgefühle und Wut, die Akzeptanz des Todes und menschlicher Unvollkommenheit und Schwäche, die Erinnerungen und den Geist von seinem Bruder einen Platz in seiner symbolischen Welt gibt und gleichzeitig seine ambivalente Liebe-Hass Beziehung zu seinem Vater und zum großen Anderen immer mehr in eine paradoxe Beziehung mit Liebe-Respekt- Kritik verwandelt. Er muss seine Schuld an den wichtigen Anderen in seinem Leben begleichen und sie als Teil seiner Identität annehmen, sich mit ihnen aussöhnen und seine eigene, symbolische Erzählung vom Leben und von der Liebe, seine eigene Identität auf Basis dieser gemeinsamen Familiengeschichte und dieses gemeinsamen Diskurses finden. Sonst muss er wie jeder Kranke mit einer „Wiederkehr des Verdrängten“ und weiteren Symptomen und Krisen rechnen.

Durch den weiteren Verfall in Medikamentenabhängigkeit wird die Notwendigkeit einer Veränderung des Lebensstiles für Johnny Cash klarer. Die eindrucksvolle Szene in dem Film ist das Gespräch am Esstisch zwischen Vater und Sohn, wobei sein Vater ihm klar macht, dass er sich seinen Problemen stellen muss. Johny Cash will ihm, der seiner Meinung nach ihm seine Liebe immer verweigert hatte, beweisen, dass er sein Leben unter Kontrolle hat. Er versucht einen Traktor aus dem Erdschleim rauszuholen und je mehr er versucht, steckt die Maschine tiefer im Schleim und am Ende fällt Johny Cash mit der Maschine in den Bach nebenan. Diese Niederlage und das Umfallen ist „ das Ereignis“(Heidegger), „ das Aha-Erlebnis“(Gestalttherapie), das ihm seiner Lage und seinem Fehler bewusst macht und eine Veränderung herbeiruft. Dieses Steckenbleiben im Schleim und Umfallen sind in Wahrheit die Bote des Unbewusstsein, das ihm seinen falschen Weg und die Notwendigkeit der Veränderung verdeutlichen und diesmal erhört und akzeptiert er die Botschaft und die Forderung des Anderen und stellt sich seinem Problem. Durch diese Veränderung seiner Haltung und durch die Hilfe von seiner neuen Liebe "June Carter" und ihrer Familie gelingt es ihm, sich von der Medikamentenabhängigkeit zu befreien, die gescheiterte erste Ehe zu beenden und sich auf eine neue Begierde und Liebe mit June einzulassen. Am Ende nähern sich auch Vater und Sohn und nach dieser Veränderung der Beziehungen fängt die zweite erfolgreiche Musikkarriere von Johnny Cash, June Carter und Tennessee Two an.


Man kann in seiner Liebe und Musikkarriere verschiedene Zeichen von seiner Tilgung der symbolischen Schuld beobachten. Einige Beispiele sind folgendes:

June Carter ist seit Kindheit ein Star und Johnny Cash mochte sie seit Kindesalter. Außerdem mochte sein Bruder sie auch. So beinhaltet die Liebe zur June auch eine Erinnerung an den Bruder und eine Begleichung seiner Schuld an seinem verstorbenen Bruder. Er heiratet die Frau, die beide sehr mochten. Johnny Cash ist als „ Man in Black“ bekannt. Es kann sein, dass seine Auftritte im schwarzen Kleid wieder eine unbewusste symbolische Tilgung der Schuld an seinem Bruder ist und gleichzeitig kann das Akzeptieren vom Tod seines Bruder als Teil seines Lebens bedeuten. Er hat damit seinen Bruder als Teil seines Lebens und den Tod, den Verfall als beständiger Begleiter des Lebens akzeptiert. Er schreibt selbst im seinem Lied „ Man in Black, dass er Schwarz trägt, damit man sich an die Benachteiligten und Armen erinnert.

Well, you wonder why I always dress in black,
Why you never see bright colors on my back,
And why does my appearance seem to have a somber tone.
Well, there's a reason for the things that I have on.

I wear the black for the poor and the beaten down,
Livin' in the hopeless, hungry side of town,
I wear it for the prisoner who has long paid for his crime,
But is there because he's a victim of the times.

I wear the black for those who never read,
Or listened to the words that Jesus said,
About the road to happiness through love and charity,
Why, you'd think He's talking straight to you and me.


Sogar in diesem bewussten Vorhaben kann man den Schatten des Bruders und seine Wirkung im symbolischen Leben von Johnny sehen. Sein Bruder wollte ein Priester werden und Johnny Cash macht sich zur Stimme der Benachteiligten.

Johny cash befreit sich durch symbolische Akzeptanz seiner Schuld und durch die Akzeptanz seines Mangels und seines Bedürfnisses nach Anderen von Drogenabhängigkeit und fängt mit seiner Frau und seinem Band ein neues und erfolgreiches Leben an. Er versucht mit seiner Musik die Menschen zur Liebe und zum Zusammensein und zur gemeinsamen Bewältigung von Problemen näher zu bringen. Johny Cash bleibt sich treu als „ Steppenwolf“ und ein Grenzgänger, Kritiker und gleichzeitig liebt er die Anderen, sein Land, seine Familie und seine Kunst. So kann man den Film „ Walk the Line“ als eine erfolgreiche und intensive Darstellung eines menschlichen Dramas und einer menschlichen Krise und ihre Vielschichtigkeit sehen. Insbesondere bekommt der Film ihre Authentizität dadurch, dass alle Lieder im Film durch die zwei Hauptdarsteller gesungen werden. Die Ähnlichkeit der Stimme und dennoch die Unterschiede sind brillant.

Der Film „Walk the Line“ erschafft eine eindrucksvolle Inszenierung einer menschlichen Krise und ihrer verscheidenen Stadien und Bewältigungswege. Gleichzeitig verhilft uns der Film die Kreativität und die Musik eines großen Künstler zu sehen und zu würdigen. Der Film „walk the line“ zeigt uns, wie ein Mensch durch seine Krisen und durch das Akzeptieren seines Schicksals und Weges und durch Akzeptanz seiner Begierde nach den Anderen immer mehr reifer und erfolgreicher wird und sein Glück in der Liebe und in der Karriere erreicht. Er wird zu einem Grenzgänger, der gleichzeitig fähig zum Lieben und zum Begehren ist, wie der Titel des Filmes „ Walk the Line“ beschreibt:

keep a close watch on this heart of mine
I keep my eyes wide open all the time
I keep the ends out for the tie that binds
Because you're mine, I walk the line

I find it very, very easy to be true
I find myself alone when each day is through
Yes, I'll admit that I'm a fool for you
Because you're mine, I walk the line

As sure as night is dark and day is light
I keep you on my mind both day and nightAnd
happiness I've known proves that it's right
Because you're mine, I walk the line

You've got a way to keep me on your side
You give me cause for love that I can't hide
For you I know I'd even try to turn the tide
Because you're mine, I walk the line


Droge. Kunst und der moderne Diskurs

Der Film „Walk the Line“ bleibt dennoch ein moderner Film und mit manchen typischen Fehlern der modernen Filmen. Der Regisseur „ James Mangold“ kann nicht die verschiedenen Stimmen und Sichtweise der Figuren in den Film hineinfließen, damit wir die Geschehnisse mit den Augen von den anderen Figuren wie von der Exfrau von Johnny Cash sehen können. Da der Film auf einen guten „Happyend“ aus ist, schafft er nicht die Krisenproblematik und seine verschiedenen Schichten zu vertiefen, oder mehr „Zwischenräume“ für Interpretation und Fragen zu schaffen.

Das Bewusste und das Unbewusste einer Gesellschaft und eines Diskurses sind eng miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Der moderne Diskurs basiert auf einer rationalen, bewussten Lebensweise mit ihren juristischen Rahmen und Gesetzen. Das Unbewusste wird in diesem Diskurs als etwas Gefährliches, Chaotisches und Grenzenloses betrachtet und empfunden. Der bewusste, moderne Mensch mit seinen geregelten Arbeitszeiten und Ersparnissen hat als Kehrseite in sich einen „Hannibal“ oder einen grenzenlosen Perversen oder Genießer, der sich gegen jede Regel und Gesetz stellt und sein grenzenloses Genießen erreichen will. Der Diskurs der Moderne kann sein symbolisches, reifes Unbewusstsein erst dann erkennen und empfinden, wenn er sein Bild von einem „Subjekt und Herr der Begierde“ ändert und immer mehr zu einem „ gespaltenen Subjekt“ wird. Der Diskurs der „Ichpsychologie“ ist ein moderner Diskurs. Daher Während die „ Ichpsychologie“ wollte, wo „Es“ herrschte, sollte nun das rationale, moderne „ Ich“ herrschen, will die Theorie Von Lacan und von anderen postmodernen Philosophen wie Delueze, dass wo „Ich“ herrschte, soll nun wieder „Es, das symbolische Unbewusste, „Körper ohne Organe“ herrschen.

In dem modernen Diskurs wird Drogenabhängigkeit und die anderen seelischen Krankheit als Zeichen dieses grenzlosen, asozialen Unbewusste betrachtet. Die Psychoanalyse und insbesondere Lacans Theorie stellt sich gegen diese Sichtweise. Unser Unbewusste ist symbolisch wie die Sprache konstruiert. Dies bedeutet, dass unsere Symptome keine „ Kompromissbildung“ oder „ verschlüsselte Botschaften“ sind, sondern sie unsere Wahrheiten und unsere symbolische Mächte sind, die wir in uns akzeptieren sollen und sie als unsere Begierde in uns integrieren sollen. Man kann sogar mithilfe der Theorie von Deleuze-Guatarri weitergehen und diese Symptome als Möglichkeit für neue intensivere Körperbildung und „ Körper ohne Organe und ohne feste Hierarchie“ sehen.

Der Film „ Walk the Line“ vertritt die moderne Haltung über das Unbewusste und sieht in der Medikamentenabhängigkeit des Johnny Cash eine gefährliche Krise und Krankheit. Der Regisseur kann sich nicht von Klischee befreien, besser dieses Thema bearbeiten und zum Beispiel die ewige Nähe zwischen Droge und Kunst zu klären oder darzustellen. Daher kann der Film auch nicht eine neue Sichtweise über dieser Thematik auf die Leinwand bringen. Am Ende ist der Zuschauer froh, dass Johny Cash diese Krankheit besiegt hat und dabei vergießt, dass die Droge eine beständige Begleitung der Kunst und zuletzt der Menschen war und sein wird, weil die Drogenabhängigkeit in sich symbolische Wahrheiten und Bedürfnisse von Menschen nach einem Leben mit Leichtigkeit, Kreativität und intensivem Leben voller süßen Leid und süßen Heiterkeit beinhaltet.

Der Drogenabhängige und Künstler hat manche ähnliche Charakterzüge wie „ von etwas besessen sein“ und immer mehr nach anderen Bewusstheitsebenen und intensiverem Erleben des Lebens zu suchen. Die Frage ist immer, ob diese Bedürfnisse als neue symbolische Begierde erlebt werden oder als neue, gefährliche jouissance. Der Drogenabhängige ist nach Lacan vor allem in einer realen Beziehung zur Droge gefangen. Die Droge wird für ihn zum „ Ding“, zum „absoluten Objekt der Begierde“ und er kann diese reale Beziehung nicht in eine symbolische, paradoxe Beziehung verwandeln. Für Deleuze ist aber Drogenabhängigkeit der Versuch des Körpers, sich von den alten Körperordnung und Lebensordnung zu leeren und zu befreien und sich in einem neuen intensiven „Körper ohne Organe“ zu finden.(4) Der Drogenabhängige ist nicht weitergegangen und statt eine neue intensivere Lebensweise zu finden, ist er in den Fängen der alten Hierarchie gefangen geblieben und sieht ihren unbewussten, eigenen Befreiungsversuch als Krankheit und wird krank.

Leider kann ich hier nicht weiter die Theorien von Lacan und Deleuze über das Unbewusste und Krankheiten thematisieren und miteinander vergleichen, weil sonst meine Rezension zu lang wird. Außerdem ist dafür eine Analyse des Begriffes „ das Reale“ bei Lacan und Deleuze notwendig. (Ich werde bald das Thema des Realen bei Lacan und Deleuze in der Analyse von neuem Film von „ Batman“ „The Dark Knight“ analysieren.)

Das Wichtige ist aber, solange der Mensch in Drogenabhängigkeit nur das grenzenlose, gefährliches Genießen und im Gegenzug in sich das rationale Wesen sieht, Solange die Beziehung zum Anderen, zum unseren Unbewussten, zur Droge eine imaginäre oder reale Beziehung ist, solange ist der Mensch gezwungen, einerseits in ständiger Angst vor diesem Ungeheuer zu leben und andererseits immermehr der Versuchung dieses Ungeheuers zu verfallen. Das Problem kann sich erst in neue symbolische Gesundheit und Reife verwandeln, wenn das moderne Phantasma von Bewusstem, rationalen Subjekt und unbewusstem irrationalen Genießen, sich in die symbolischen Beziehungen zwischen dem gespaltenen Subjekt und seinen symbolischen Unbewusstsein, oder in neues Vertrauen zum Leben und zum Körper verwandelt, wie die Idee vom „ lachenden Körper“ von Nietzsche oder von „Körper ohne Organe“ von Deleuze-Guattari. Dann kann die Krise der Drogenabhängigkeit zu einer Begegnung mit eigenen tiefen symbolischen Wahrheiten und zur Fähigkeit zur „ frohen Wissenschaft“, zur Heiterkeit und zur Fähigkeit des Erschaffens neuer intensiveren symbolischen Welten werden.

Eine Welt, die man mit Droge leichter oder anders wahrnehmen kann, in Wahrheit bedeutet, dass diese Welt eine symbolische Welt ist, die immer von neuem beschrieben werden kann. Die Drogenabhängigkeit ist die symbolische Wahrheit über die Notwendigkeit der Veränderung und ein symbolischer Hinweis über gottähnliche Fähigkeit zur Veränderung unserer Welt und unseres Schicksals. Die Drogenabhängigkeit ist der Hinweis des Diskurses, dass es Zeit ist, unsere eigene symbolische Welt zu erschaffen und unser Glück und Macht als „zum Sterben fähige Götter“ anzunehmen und unsere symbolische Welt immer von neuem neu zu schreiben. Damit wir mit Akzeptanz unseres Schicksals zu dem werden, was wir sind; zum lachenden, unvollkommenen, bedürftigen, paradoxen, tragisch-komischen, sterblichen Göttern, die ihre symbolische Welt mit einer Veränderung ihrer Haltung und Beziehung ändern und heiter machen können, wie sie das früher mithilfe der Droge gemacht haben. Sie nehmen ihre Macht an und ändern mit Lächeln ihre Welt, oder wie Nietzsche sagte:

“Ihr seht nach Oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin.
Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?
Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.”
Zarathustra, vom Lesen und Schreiben.

Schlusswort:

Die Filme „ Santuri“ und „ Walk the Line“ zeigen neben dem Unterschied in Kreativität und technischen Möglichkeiten der beiden erfolgreichen Regisseure auch die Unterschiede im iranischen und modernen Diskurs und die Art ihrer Inszenierung des Phallus und des Phantasmas. Während der iranische Diskurs vor allem sich einer großen, grausamen Anderen schutzlos ausgeliefert fühlt und die Sehnsucht nach einem Retter und nach der Rettung von diesem großen Anderen hat, befreit sich der moderne Diskurs teilweise von dieser dualen Liebe-Hass-Beziehung. Daher müssen die Figuren im modernen Film durch eigene Verantwortung und Veränderung der Beziehungen zum Anderen und durch Akzeptieren des Verlustes von eigener Grandiosität, durch Akzeptanz des Bedürfnis nach Anderen, nach Lösungen für ihre Probleme suchen und ihre symbolische Welt ändern. Im iranischen Diskurs und Film ist aber die narzisstische Liebe- Hass -Beziehung so stark, dass entweder ein Kampf von gut und böse stattfindet oder durch die Unfähigkeit des Filmes zu einer symbolischen, paradoxen Beziehung zum Anderen, kann der Film eine tragisch-komische oder vielschichtige Erzählung und Darstellung eines modernen Filmes wie „ Walk the Line“ oder „Ray“ nicht erreichen.

Daher neigt der iranische Film immer noch oft am Ende des Filmes zur moralischen Predigt oder zur narzisstischen Sehnsucht nach einem Befreier. Daher ist der iranische Künstler „Ali“ unfähig die eigene individuelle Kunst und Kreativität aufgrund seiner paradoxen Beziehung zur Modernität weiter zu entwickeln. Seine Frau „Hanieh“ kann auch aufgrund ihres Hasses auf ihre Kultur und ihren „Anderen“ und ohne den Bezug zu ihrer Kultur nie eigene Individualität und Kreativität erreichen, während Johnny Cash seine eigene Individualität auf der Basis seiner paradoxen Beziehung zu seiner Kultur und zu den Anderen erreicht und erfolgreich wird.

Deswegen kann die iranische Filmkunst auch noch nicht die Schwäche des modernen Diskurses und die neuen Möglichkeiten wie postmoderne Filmtheorie und Filmdarstellung systematisch und künstlerisch besser verstehen und in seine Arbeiten und Werke besser einfließen lassen. Aber man darf nicht vergessen, dass der iranischen Film erst noch jung ist und auf dem besten Weg ist, seine Kreativität und seine verschiedenen vielschichtigen modernen Darstellungen zu finden und zu erschaffen. Der iranische Film und die iranische Kunst ist auf dem Weg, aus der alten Modernitätskrise eine eigene vielschichtige Erzählung mit verschiedenen Arten der Kombination der modernen und traditionellen Elemente zu schaffen. Er ist auf dem besten Weg, seine Krise in eine neue „Rainessance“ der modernen iranischen Kunst zu verwandeln.



Literatur:
1- Zizek: Liebe dein symptom wie dies selbst.S. 26
2- Zizek: Organ ohne Körper, S. 124
3: Zizek: Lacan in Hollywood. S. 68
4. http://www.mindmotor.com/mind/?p=321
4 Comments:
Anonymous Anonym said...

Blogger Xiaozhengm 520 said...

Blogger 千禧 Xu said...

Blogger happy 123 said...